HERAUSFORDERUNG

Die derzeitigen europäischen Agrarproduktionssysteme sind stark auf Proteinimporte angewiesen, um den Nährstoffbedarf der Aquakultur, der Tierproduktion und des menschlichen Verzehrs zu decken. Diese Situation gilt insbesondere für den Mittelmeerraum, wo Dürre und ökologische Defizite die Selbstversorgung traditioneller Proteinlieferketten verschlechtern. In der EU besteht ein dringender Bedarf an effizienten, lebensfähigen und lokal produzierten alternativen Proteinquellen.

PROJEKTDETAILS

LÖSUNG

Die meisten landwirtschaftlichen Bewirtschaftungssysteme produzieren eine große Menge an Vieh- und Ernterückständen sowie eine Vielzahl von Nebenströmen.

Es wird geschätzt, dass jedes Jahr weltweit 27 % der landwirtschaftlichen Produktion aus ungenutzten 1,6 Milliarden Tonnen Biomasse bestehen, was einem geschätzten Wert von 750 Milliarden US-Dollar entspricht. Ebenso wird ein Drittel aller für den menschlichen Verzehr produzierten Lebensmittel verschwendet. Diese Verluste stellen einen großen Pool ungenutzter und unterschätzter Ressourcen dar.

Ziel von CIPROMED ist die Anwendung, Validierung und Skalierung einer integrierten Reihe von Prozessen zur Rückgewinnung einer erheblichen Menge dieser Biomasse.

Die Verwendung von Proteinen aus agrarindustriellen Nebenströmen (z. B. Biertreber, Ölsaatenpresskuchen, Insektenfraktionen, Mikroalgen und Hülsenfruchtbiomasse) wird getestet, während Fermetnationen die Verfügbarkeit alternativer Proteine erfolgreich verbessern werden.

LÖSUNGSARTEN

Zurückgewonnene Proteinkonzentrate werden in die Tierproduktion und Aquakultur integriert und direkt für den menschlichen Verzehr verwendet.
Insekten, Mikroalgen, agrarindustrielle Ströme und Hülsenfrüchte werden auf der Grundlage von Kreislaufwirtschaftsmerkmalen in Lebens- und Futtermittel integriert.
Extraktion, Modifizierung, Formulierung und neuartige Verarbeitungstechniken werden eingesetzt, um die wirtschaftlich und ökologisch nachhaltige Produktion hochwertiger Proteine sicherzustellen.
Die Insektenzucht ist eine vielversprechende alternative Nährstoffquelle für Tierfutter und den menschlichen Verzehr.
Hülsenfrüchte wie Lupine und Ackerbohnen sind reich an Proteinen und können vielversprechende Quellen für Lebens- und Futtermittel sein.
Mikroalgenprotein verfügt über ein wertvolles ernährungsphysiologisches Aminosäureprofil und kann unter Verwendung organischer Kohlenstoffquellen aus Agrarlebensmittelrückständen autotroph, heterotroph oder mixotroph wachsen.
Die Fermentationstechnologie kann zur Optimierung der Proteinfunktionalität und zur Bereitstellung betrieblicher Kreislaufwirtschaftsmerkmale eingesetzt werden.

ERGEBNISSE UND AUSWIRKUNGEN

ERWARTETE ERGEBNISSE

  • Ziel ist es, die Abhängigkeit der Mittelmeerländer von importierten Proteinquellen zu verringern und den teilnehmenden Ländern dabei zu helfen, sich stärker auf lokal produzierte Nährstoffquellen zu verlassen.

  • Ziel ist es, die Produktion neuartiger Proteine an die einzigartigen Bedingungen im Mittelmeerraum anzupassen und so eine neue, sozioökonomisch machbare und ökologisch nachhaltige alternative Proteinwertschöpfungskette und ein Produktionssystem in den Mittelmeerländern zu schaffen

  • Die Wahrnehmungen/Präferenzen der Verbraucher*innen in Bezug auf die neuen Arten von Lebensmitteln und Futtermitteln im Mittelmeerraum wird ermittelt und dabei auch die einzigartigen religiösen und kulturellen Merkmale und demografischen Unterschiede jedes teilnehmenden Landes berücksichtigt.

  • Der Schwerpunkt liegt auf der Verbesserung der menschlichen Gesundheit durch die Entwicklung und Bewertung alternativer proteinbasierter Diäten, die auf die Stoffwechsel- und Immunsysteme abzielen und die menschliche Gesundheit fördern.

Im Gegensatz zur konventionellen Landwirtschaft zeichnet sich die Produktion der am häufigsten kommerziell gezüchteten Insekten- und heterotrophen Mikroalgenarten auf Basis von Nebenproduktfuttermitteln durch erheblich niedrige Treibhausgasemissionen (30–50 %) aus und hat daher eine geringere Umweltbelastung und einen geringeren Beitrag zu globale Erwärmung.

Die Mittelmeerländer müssen auf Landwirtschaftssysteme umstellen, die eine effizientere Nutzung der natürlichen Ressourcen ermöglichen.

Das CIPROMED CIPROMED-Konsortium besteht aus 17 Partnern aus zehn Ländern, darunter acht Industrie- und acht Forschungspartner. CIPROMED bringt verschiedene Expert*innen aus den Bereichen Biotechnologie, Landwirtschaft, Aquakultur, Lebensmitteltechnik und Lebensmittelproduktion zusammen und erreicht die Gesellschaften durch eine breite Nutzung der Ergebnisse mit dem Ziel, die Verfügbarkeit von wiedergewonnenen Proteinquellen sicherzustellen, um den Ernährungsbedarf der Aquakultur, der Tierproduktion und des menschlichen Verzehrs innerhalb der Mittelmeerregion und darüber hinaus zu decken.